ab 1.390,00 EUR

DIE GRAFSCHAFT GLATZ ALS MUSIKLAND

Kulturgeschichtliche Studienreise mit dem HAUS SCHLESIEN
  Termin:  
4. - 11. Juni 2026

Urlaub in Polen

Die ehemalige Grafschaft Glatz, heute meist Glatzer Land (Ziemia Kłodzka) genannt, nahm in der Geschichte Schlesiens immer eine Sonderstellung ein, nicht zuletzt durch ihre geografische Lage im Talkessel zwischen Schlesien und Böhmen, aber auch durch die im katholisch-kirchlichen Bereich jahrhundertalte Zugehörigkeit zum Erzbistum Prag (bis 1945/1972). Hier empfand man in der deutschen Zeit trotz der Bindung an Preußen immer noch mehr österreichisch-theresianisch als preußisch-friderizanisch. Die Nachwirkung ist bis heute spürbar.

Die zahlreichen Heilbäder, einst bekannt als „Gesundheitsbrunnen Deutschlands“, die einzigartige Lage innerhalb der umliegenden Berge, die malerische Landschaft und die zahlreichen sehenswerten Baudenkmäler, Kirchen, Klöster und Schlösser, bieten dem Besucher eine Fülle nachhaltiger Einblicke in die seit der Wende 1989/90 wiederauflebende Region.

Ausgehend vom Standort Bad Reinerz (Duszniki-Zdrój) besuchen wir u.a. den Hauptort Glatz (Kłodzko) mit seiner historischen Altstadt. Ausflüge führen zum kunstgeschichtlich bedeutenden Schloss Grafenort (Zamek w Gorzanowie), nach Habelschwerdt (Bystrzyca Kłodzka) und ins „Schlesische Jerusalem“ Albendorf (Wambierzyce). Die Wallfahrtskirche Maria Schnee (Kościół pielgrzymkowy Matki Boskiej Śnieżnej) bei Wölfelsgrund (Międzygórze) am Fuße des Glatzer Schneegebirges, die ihren Ursprung im steirischen Maria Zell hat, ist ein beredtes Zeugnis der sprichwörtlichen Volksfrömmigkeit des Glatzer Landes.

Den Bewohnern der Grafschaft wurde die Liebe zur Musik buchstäblich schon in die Wiege gelegt. Auf der Reise werden wir mit dem Glatzer Musikleben und dem Wirken von Glatzer Musikschaffenden vertraut gemacht. Frédéric Chopin und Felix Mendelssohn Bartholdy verbrachten als Teenager einige Zeit in Bad Reinerz. Wir lernen unter sachkundiger Leitung das verdienstvolle Wirken des Komponisten, Dirigenten und Publizisten Paul Preis (1900-1979) näher kennen, dem wir bereits am Eröffnungsabend im Haus Schlesien begegnen und der sich zeitlebens für die Pflege der Musiktradition der Grafschaft Glatz engagierte.

Die Reise bietet auf Hin- und Rückreise zwei attraktive Ziele, Görlitz als Tor nach Niederschlesien und Gera im Osten Thüringens mit seiner sehenswerten historischen Altstadt.

Mit Dr. Inge Steinsträßer und Christoph Wurzel begleiten zwei ausgewiesene Kenner diese gemeinsame Studienreise mit dem HAUS SCHLESIEN.

Reiseverlauf

Tag 1: Einführung im HAUS SCHLESIEN

Allen zeitig Eintreffenden bieten wir 16.30 Uhr eine Führung durch die Dauerausstellung im HAUS SCHLESIEN. Nach dem gemeinsamen Abendessen wird ein Bildvortrag in das Thema unserer Studienreise einführen. Das junge ALAFIA-Ensemble stimmt in einem Konzert auf die Grafschaft Glatz als Musikland ein. Auf dem Programm stehen eine Ouvertüre über Schlesische Heimatlieder und die Suite „Wunderland Schlesien“ des Glatzer Komponisten Paul Preis.

Tag 2: Willkommen in Görlitz

Unser bequemer Reisebus bringt uns vom HAUS SCHLESIEN Richtung Osten. Im komfortablen Romantik-Hotel „Tuchmacher“, direkt in der historischen Altstadt, warten unsere Zimmer und das Abendessen auf uns. Wer mag, spaziert im Anschluss über die Altstadtbrücke kurz auf die polnische Seite zum Wohnhaus von Jacob Böhme.

Tag 3: Eine der schönsten Städte Deutschlands

Görlitz gilt mit mehr als 4.000 größtenteils restaurierten Baudenkmälern als das flächengrößte Denkmalgebiet Deutschlands. Dass es die schönste Stadt des Landes ist, ist für die Görlitzer ohnehin klar. Wir unternehmen eine ausführliche Stadtbesichtigung und besichtigen auch die Kirche St. Peter und Paul, in der für uns die Sonnenorgel erklingen wird. Nach einer individuellen Mittagspause fahren wir über Silberberg in unser Hotel, Impresja Art Resort in Bad Reinerz/Duszniki-Zdrój. Vielleicht ist noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch den gepflegten Kurort. Einem gemeinsamen Abendessen schließt sich ein Vortrag zur Musikkultur in der Grafschaft an.

Tag 4: Unterwegs in Habelschwerdt

Bereits 1319 wurde Habelschwerdt/Bystrzyca Kłodzka in den Rang einer Königlichen Stadt erhoben, heute ist hier unser Tagesauftakt. In der bereits 1939 von Paul Preis gegründeten Musikschule erwartet uns ein Podiumsgespräch über deren Tätigkeiten damals und heute.

Nach einer Mittagspause geht es nach Mittelwalde, den Geburtsort des Malers Andreas Pausewang. Auch die Schiffs-Kanzel in der örtlichen Kirche lohnt einen Blick.

Die weitere Fahrt führt uns über Urnitz zur Wallfahrtskirche Maria Schnee auf dem Glatzer Spitzberg. Der Tag klingt mit einem Abendessen und einem Rundgang in Bad Altheide aus.

Tag 5: Chopin in Schlesien

Nach einem gemütlichen Frühstück spazieren wir gemeinsam durch Bad Reinerz und wollen auch das Chopin-Theater besichtigen (angefragt). Christoph Wurzel wird uns einiges über die Konzerte Chopins 1826 vortragen. In der Altstadt ist auch die

Stadtkirche mit der markanten Walfischkanzel von Interesse. Sollte Zeit bleiben, lohnt ein Blick in das Papiermuseum.

Die weitere Fahrt bringt uns nach Albendorf/Wambierzyce. Die dortige Basilika Mariä Heimsuchung ist der wichtigste Wallfahrtsort in der Grafschaft Glatz. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde Albendorf wegen seiner religiösen Anlagen als „Schlesisches Jerusalem“ bezeichnet. Zum Nachmittagscafé machen wir Station im herrlich restaurierten Gutshof Kamnitz (Kamieniec).

Tag 6: Glatz und Grafenort

Heute starten wir mit einer Führung durch die Stadt Glatz/Kłodzko, die eine spannungsreiche Geschichte zwischen Böhmen und Schlesien hat. In der Pfarrkirche erleben wir die Orgel mit Musik schlesischer Komponisten.

Die zweite Tageshälfte widmen wir dem Schloss Grafenort/Pałac Gorzanów, eines der kunsthistorisch wichtigsten Schlossbauten der Grafschaft. Kulturell bedeutend war das Hoftheater, in dem Karl von Holtei zeitweise die Leitung innehatte.

Tag 7: Auf dem Weg zum Welterbe

Bevor wir wieder Deutschland erreichen, wollen wir heute Kloster Grüssau/Krzeszów besuchen. Grüssau zählt zu den bedeutendsten Barockanlagen Europas und ist für das UNESCO-Welterbe nominiert. Die Orgel der Klosterkirche erklingt für uns. Sie wurde von 1732 bis 1737 von Michael Engler dem Jüngeren gebaut, dem berühmtesten Vertreter einer Breslauer Familie von Orgelbauern. Nun fahren wir Richtung Deutschland, um am späten Nachmittag in Gera anzukommen.

Tag 8: Rückfahrt über Gera

Gera war bis 1920 Landeshauptstadt des Fürstentums Reuß und durch die Tuchindustrie zeitweise eine der reichsten Städte Deutschlands. Davon künden noch heute imposante Stadtvillen und prächtige Gründerzeitbauten. Nach einer Stadtführung fahren wir zurück nach Königswinter, das wir nach einem kurzen Stopp in Eisenach am frühen Abend erreichen.

Leistungen

HÖHEPUNKTE:

  • kleine Konzerte in verschiedenen Orten
  • Stadtführungen in Görlitz und Glatz
  • Besuch des Klosters Grüssau
  • fachliche Begleitung durch Dr. Inge Steinsträßer und Christoph Wurzel

DAS REISEARRANGEMENT BEINHALTET:

  • alle örtlichen Führungen, Eintritte und Besichtigungen enthalten
  • 6 x Abendessen oder Buffet im Hotel
  • 1 x Übernachtung im Haus Schlesien
  • 1 x Übernachtung mit Frühstück im 4* Romantik-Hotel Tuchmacher in Görlitz
  • 4 x Übernachtung mit Frühstück im 3* Impresja Art Resort in Bad Reinerz
  • 1 x Übernachtung mit Frühstück im 4* Victor´s Residenz-Hotel in Gera
  • Transfers im komfortablen Bus ab-/an Königswinter, Dresden und Görlitz

Termine & Preise

4. - 11. Juni 2026:

Termin ist leider nicht mehr buchbar

Preis p.P. im Doppelzimmer1.390,00 EUR
Preis p.P. im Einzelzimmer1.575,00 EUR

Zustiegsstellen / Abfahrtsorte

Königswinter kostenlos
Dresden, Bahnhof Neustadt kostenlos
Görlitz, Busbahnhof kostenlos

Zustiege

Königswinter kostenlos
Dresden, Bahnhof Neustadt kostenlos
Görlitz, Busbahnhof kostenlos

Hinweise

vorges. Studienreiseleiter Dr. Inge Steinsträßer und Christoph Wurzel